Aus der Gemeinderatfraktion
 

04.07.2011 - Fraktionserklärung zum Solidar-Gemeindrating

Solidar-Suisse hat in einem kürzlich veröffentlichtem Gemeindrating Schweiz weit 88 Gemeinden unterschiedlicher Grösse auf ihr politisches Verantwortungsbewustsein untersucht.

Das Rating überprüft konkret zwei Bereiche: Einerseits das entwicklungspolitische Engagement und andererseits ihre Beschaffungspraxis.

 

Auch Bülach wurde in Zusammenhang mit der Studie bewertet  und hat mit einem von 100 möglichen Punkten mit dem schlechtesten Ergebnis abgeschlossen.

 

Die SP Fraktion hat mit den zwei Vorstössen Beschaffungswesen und Entwicklungshilfe offensichtlich den Finger auf einen wunden Punkt gelegt.

 

Die SP-Fraktion erwartet, dass die Versprechen in der Postulats –und Interpellationsantwort umgesetzt werden. Wir werden sehr genau beobachten, was der Stadtrat unternimmt um das schlechte Resultat im nächsten Rating in drei Jahren zu verbessern.



Manuel Hüsser vom 4. April 2011

Interpellation Ökostrom

 

Die Elektrizitätswerke bieten mittlerweile differenzierte Produkte an, unter anderem auch Ökostrom, welcher unter Verzicht auf Strom aus Kernkraft erzeugt wird. Bei Ökostrom gelten höhere Tarife.

 

Die Unterzeichnenden laden den Stadtrat ein, folgende Fragen zu prüfen und zu beantworten: 

 

1. Welche Ökostromangebote stehen der Stadt Bülach zur Verfügung?

 

2. Mit welchen Mehrkosten für die Stadt Bülach wäre eine Umstellung auf Ökostrom verbunden?

 

3. Wie stellt sich der Stadtrat zu einem Umstieg von Atom- zu Ökostrom?

 


Postulat Denis Faoro und Mitunterzeichner betr. Herzkonzept Stadt Bülach – Begründung

Denis Faoro und Mitunterzeichner haben mit Datum 15. November 2010, eingegangen am 15. November 2010, ein Postulat betreffend Herzkonzept Stadt Bülach eingereicht.

Denis Faoro 
dankt allen Mitunterzeichnenden für die parteiübergreifende Unterstützung und begründet das Postulat wie folgt: „Bülach – die Stadt mit Herz! In der Schweiz sind im Jahr 2000 pro 100'000 Männer 140-190 Herztode registriert worden. Stündlich stirbt in der Schweiz eine Person an Herzversagen/plötzlichem Herztod. Dies bedeutet: 20 – 30 Personen täglich. Jährlich sind dies mehrere tausend Personen allein in der Schweiz. Durch rasche und angemessene Hilfe (Basic Life Support und AED) könnten viele Menschen überleben. 

 

Anatomie

Das Herz ist ein Muskel, der ständig für die Zirkulation des Blutes im Körper sorgt. Nur dank dieser Zirkulation erhalten die Organe genügend Nährstoffe. Wie alle anderen Muskeln benötigt auch das Herz Nährstoffe – in erster Linie Sauerstoff. Diese Nährstoffe gelangen über die Herzkranzge-fässe zum Herzmuskelgewebe. Wenn das Herz zu wenig Nährstoffe erhält, als er braucht, dann streikt es.

Ursachen und Wirkung.

Die Wirkung ist gleich: Die Gefässe können durch Ablagerungen zugekleistert werden (Arterioskle-rose). Ist dieses „Zukleistern" zu ausgedehnt, dann reicht die Versorgung des Herzmuskels mit Nährstoffen (Sauerstoff) nicht mehr aus. Ein Herzinfarkt ist die Folge. Als Konsequenz eines Herz-infarktes kann der Herzrhythmus soweit gestört werden, dass das Herz kein Blut mehr transportie-ren kann. Dies führt zu Pulslosigkeit, Herz-/Kreislaufstillstand und Kammerflimmern.

Verschiedene Ursachen führen zu Herzversagen. So zum Beispiel auch das erhöhte Alter, Rauchen, Bluthochdruck, „schlechte" Blutfettverhältnisse, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Übergewicht oder Stress
.

Herzinfarkt

Konsequenzen eines Herzstillstands sind: Kein Kreislauf -> Organe werden nicht mit frischem Blut versorgt -> Sauerstoffmangel. Nach 3 Minuten erfolgen erste Schäden am Gehirn. Nach 10 Minu-ten ohne Basic Life Support liegen die Überlebenschancen für einen Patienten mit Herz-/Kreislauf-Stillstand in der Regel bei 0 %. Oft vergehen zwischen dem Moment des Herz-/Kreislauf-

Stillstandes und dem Eintreffen des Rettungsdienstes aber mehr als 10 Minuten. Nur wenn um-stehende Personen sofort nach Eintreten des Herz-/Kreislauf-Stillstandes mit Wiederbelebungs-massnahmen beginnen, hat der betroffene Patient eine Chance zu überleben.

 


Gegenargumente

In der Kantonsratsdebatte zur Einzelinitiative betr. Erlass von gesetzlichen Bestimmungen zur effizienten, flächendeckenden Versorgung des Kantons Zürich mit öffentlich zugänglichen auto-matischen Defibrillatoren (AED) kamen folgende Gegenargumente: „Defibrillatoren auf der Strasse zu verteilen, ist absoluter Unsinn…vermitteln den Menschen eine falsche Sicherheit" oder „De-fibrillatoren nützen bisher vor allem den Firmen, die sie verkaufen…" (Thomas Largiadèr, Kardiolo-ge, Stadtrat Wädenswil).

Die Stadt Bülach soll nicht nur ein Netzwerk von AED an öffentlichen Orten aufstellen, sondern ein Konzept erarbeiten, welches einen schnellen Zugang von Ersthelfern und AED im ganzen Stadtgebiet sicherstellt. Die Kosten für Defibrillatoren liegen zwischen 2000 und 3000 Franken pro Stück. Studien beweisen, dass AED bei sinnvollem Einsatz kosteneffektiv sind. Der volkswirtschaft-liche Schaden, der vermieden werden kann, und die wesentlich tieferen medizinischen Kosten bei einer schnellen und erfolgreichen Wiederbelebung, werden oft bei den Gegnern vernachlässigt.


Argumente

In der Schweiz erleiden jährlich rund 8000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand, rund vier Fünftel davon zu Hause. Weniger als fünf Prozent überleben. In Seattle oder Schweden zum Bei-spiel konnte die Überlebenswahrscheinlichkeit durch geeignete Massnahmen auf über 50 % er-höht werden. Die Stadt Bülach könnte durch ein ressourcenorientiertes Notfall-Konzept das Out-come wesentlich im Stadtgebiet verbessern.

Die Stadt Bülach kann mit wenig Aufwand ihren Bürgern und Bürgerinnen wertvolle BLS-Kurse ermöglichen. Die Steigerung des Sicherheitsgefühls kann als Standortvorteil genutzt werden. Die Stadt Bülach kann das Gewerbe bei der Mitarbeiter-Ausbildung und Beschaffung von AED aktiv unterstützen.


Langzeit- und Nebenziele

Langzeitziele:

  1. Verbesserung des Outcome
  2. Innerhalb von drei Minuten werden in der Stadt Bülach erste Nothilfemassnahmen eingeleitet

    Nebenziele:

    1. Zusammenarbeit mit Gewerbe, Hausärzten, Feuerwehr, Polizei, Schulen, Rettungsdienst und Spital Bülach suchen
    2. Finanzielle Ressourcen kosteneffizient einsetzen

Konzept Stadt mit Herz

      1. Ausbildung von Mitarbeitern in Wiederbelebungsmassnahmen
      2. Ausbildungsangebot in Primar-, Sekundarschulen und KZU
      3. Ausbildungsangebot im Hallen- und Freibad
      4. Ausbildungsangebot in Sport- und Kulturvereinen
      5. Organisation von „Herztagen" für die Bevölkerung von Bülach
      6. Aufbau eines flächendeckenden AED-Netzes mit Gewerbe, Polizei, Feuerwehr, Post, Einkaufs-zentren, Schulen und der Stadt Bülach
      7. Erstellung einer AED Karte für das Stadtgebiet
      8. Aufbau eines First Responder-Systems
      9. Vernetzung der First Responder mit dem Rettungsdienst (144)
      10. dankt allen Mitunterzeichnenden für die parteiübergreifende Unterstützung und begründet das Postulat wie folgt: „Bülach – die Stadt mit Herz! In der Schweiz sind im Jahr 2000 pro 100'000 Männer 140-190 Herztode registriert worden. Stündlich stirbt in der Schweiz eine Person an Herzversagen/plötzlichem Herztod. Dies bedeutet: 20 – 30 Personen täglich. Jährlich sind dies mehrere tausend Personen allein in der Schweiz. Durch rasche und angemessene Hilfe (Basic Life Support und AED) könnten viele Menschen überleben.

        Postulat Denis Faoro und Mitunterzeichner betr. Internet-Hotspots und WLAN


        Denis Faoro und Mitunterzeichner haben mit Datum 13. November 2010, eingegangen am 15. November 2010, ein Postulat betreffend Internet-Hotspots und WLAN eingereicht.


        Denis Faoro 

        begründet das Postulat damit, dass das Internet zu einem wichtigen Kommunikati-onsmittel geworden sei in den letzten zwanzig Jahren. Die Arbeit sei effizienter geworden und die Kommunikation schneller. Das Internet sei nicht mehr wegzudenken. Trotzdem gebe es Bürgerin-nen und Bürger, die sich einen Internetzugang nicht leisten können. Das Postulat habe zwei Bitten an den Stadtrat. Einerseits gehe es um die Prüfung, ob ein Arbeitsplatz mit Internetzugang bereit-gestellt werden könnte. Dieser sollte gut zugänglich sein und vor Vandalen geschützt werden. Andererseits bitte er den Stadtrat zu prüfen, ob WLAN kosteneffizient in der Stadt Bülach aufge-baut werden könne. Er wünschte sich, dass der Stadtrat mehrere verschiedene Möglichkeiten prüft und aufzeigt. Die Nutzung von E-Mail und Internet soll Teil des Service Public werden. In Luzern, Lugano und St. Gallen werde dies bereits angeboten. Durch WLAN und Hotspots werde allen Büla-chern freier Zugang zum Internet garantiert. Dieses sei immer wichtiger bei der Wohnungs- und Arbeitssuche und diene als wichtiger Informationskanal. Zudem biete es dem Stadtrat die Mög-lichkeit über diesen Kanal mit der Bevölkerung zu kommunizieren.

        Postulat betreffend „Faires Beschaffungswesen“
        von Samuel Lienhart

         

        Der Stadtrat wird eingeladen zu prüfen, welche Massnahmen nötig sind, damit im Rahmen des öffentlichen Beschaffungswesen alle LieferantInnen und Leistungserbringerinnen bei der Ausführung eines Auftrags, sowohl die nationale Gesetzgebung, als auch die Kernübereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) einhalten.

         

         

         

        Begründung

         

        Bund Kantone und Gemeinden, beschaffen pro Jahr für rund 34 Milliarden Franken

        verschiedenste Waren, Dienst- und Bauleistungen. Viele Waren, die in unser Land eingeführt werden, (z.B. Steine für den Strassenbau, Textilien fürs Altersheim, Bälle für den Sportunterricht, usw.) sind unter menschenverachtenden Bedingungen hergestellt worden.

         

        Das öffentliche Beschaffungswesen kann dazu beitragen, die Gesellschaft zur Nachhaltigen Entwicklung anzuleiten und die Lebensqualität der Menschen nicht nur Lokal, sondernweltweit zu Verbessern.

         

        Wie der Bundesrat in seinem Bericht „Strategie Nachhaltige Entwicklung 2002“ schreibt, sollen Produkte und Dienstleistungen über Ihren gesamten Lebenszyklus (Planung, Herstellung-, Nutzungs- und Entsorgungsphase) hohen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Anforderungen genügen. Seither hat der Bundesrat seine Absicht bekräftigt und den Aspekt der Sozialen und ökologischen Anforderungen bei Beschaffungen in der Verordnung über das öffentliche Beschaffungswesen festgehalten.

         

        Mit dieser rechtlichen Grundlage, hat die Schweiz acht Kernübereinkommen der

        Internationalen Arbeitsorganisation zum Schutz fundamentaler Arbeitsnormen von denAnbieterinnen und Anbietern ratifiziert. Die Kernübereinkommen enthalten folgende Grundprinzipien: Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlung, 2. Beseitigung der Zwangsarbeit, 3. Abschaffung der Kinderarbeit und 4. Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf.

         

        Unter verschärften Wettbewerbsbedingungen verhindert ein fairer Handel einerseits, dass soziale und ökologische Dumpingangebote bei uns KMU`s aus dem Markt werfen und unsicheren, schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen Vorschub leisten. Andererseits fördert ein fairer Handel das wirtschaftliche Gedeihen der Länder des Südens. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen bekämpft die Armut in diesen Ländern und entzieht die Grundlage für die Migration.

         

        Dazu können auch wir als Stadt Bülach unseren Beitrag leisten: Was für das

        Beschaffungswesen beim Bund gilt soll auch für uns Gültigkeit haben. Zurecht hält deshalb auch der Stadtrat in seinen Legislaturzielen fest, dass die Beschaffung, Entsorgung und Versorgung sowie der Werterhalt der Infrastruktur nachhaltig erfolgen soll.

         

        Faire Beschaffung muss nicht teurer sein. Bei vielen Produkten beträgt der Preisunterschied zu zertifizierten Produkten, welche faire Arbeitsbedingungen garantieren, nur wenige Prozente. Die leicht höheren Materialkosten fallen in der Gesamtsumme kaum ins Gewicht. Es darf nicht sein, dass der gesparte Franken die Ausbeutung von Menschen und die Verletzung von Grundrechten verursacht.

         


        Erklärung der Grünen Fraktion und der SP zu den Grundsatzbeschlüssen des Grossen Gemeinderates der Stadt Bülach vom 6.9. 2010

        Die Bürgerliche Mehrheit der SVP, FDP und EDU verabschiedet sich in ihren Grundsatzbeschlüssen von ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung. Die EVP schweigt.

        Die Grundsatzbeschlüsse des Gemeinderates haben zwei Ziele: Erstens legen sie die politische Stossrichtung und das Tätigkeitsfeld des Gemeinderates für die nächsten vier Jahre fest. Zweitens verpflichtet der Gemeinderat den Stadtrat mit seinen Grundsatzbeschlüssen, die eigene Planung im Sinne der gegebenen Stossrichtung vorzunehmen.

        Offensichtlich hat sich die bürgerliche Mehrheit des Rates in den Kopf gesetzt, die Grundsatzbeschlüsse zu demontieren. So sprechen einige Streichungen Bände. Die Förderung geschützter Arbeitsplätze durch die Stadt für Menschen mit Behinderungen wurde gestrichen. Die Förderung des Zusammenlebens zwischen Ausländern und Schweizern wurde ebenfalls ohne Argumente gestrichen. Auch gestrichen wurde die Verpflichtung zur Förderung von Lehrstellen in der Stadt Bülach. Weiter Streichungen nahm die SVP/EDU und FDP Fraktionen in wichtigen anstehenden Themen wie zum Beispiel die Förderung einer nachhaltigen und ökologischen städtischen Energiepolitik, eine fussgängerfreundliche Altstadt oder die bewusste Förderung kultureller Aktivitäten.

        Die Fraktionen der SP und der Grünen möchten an folgendes erinnern: Gewisse Grundhaltungen in den politischen Stossrichtungen basieren nicht auf einem links-rechts Schema. Sie bilden vielmehr das Fundament unserer Gesellschaft, insbesondere das Einstehen der Starken für Schwächere oder den Umgang der Mehrheit mit der Minderheit. Die bürgerliche Mehrheit hat sich nun mit ihrer Formulierung der Grundsatzbeschlüsse von jeder Form der gesellschaftlichen Solidarität und Toleranz verabschiedet, welche die Schweiz im Kern ausmachen. Sie beweist damit keine Weitsicht.

        Die SP und die Grüne Fraktion distanzieren sich deshalb in aller Form von solchen politischen Grundhaltungen und lehnen darum die Grundsatzbeschlüsse ab. Enttäuscht sind wir ebenfalls darüber, dass die EVP sich der Diskussion wie auch der Abstimmung enthalten hat. Wählerinnen und Wähler haben das Recht zu erfahren, was sie von ihren politischen Repräsentanten zu erwarten haben. Wer sich soziale Verantwortung und Respekt auf die politische Fahne schreibt, sollte nicht schweigen, wenn der politische Wind in eine andere Richtung weht.

        05.07.2010 Aenderungsanträge zur neuen Polizeiverordnung der Stadt Bülach >>>

        Die Mehrheit des Gemeinderates hat sämtliche Änderungsanträge abgewiesen und die Vorlage des Stadtrates unverändert übernommen



        Agenda


        27. Februar 2012
        Gemeinderatsitzung

        29. Februar 2012
        Neujahrsapéro
        11. März 2012
        Abstimmungen >>>

        2. April 2012
        Gemeinderatsitzung

        14. April 2012
        Klausur SP Bülach
        21. Mai 2012
        Gemeinderatsitzung

        30. Mai 2012
        Generalversammlung SP Bülach
        17. Juni 2012
        Abstimmungen

        25. Juni 2012
        Gemeinderatsitzung

        3. September 2012
        Gemeinderatsitzung

        8./9. September 2012
        SP Schweiz - Parteitag

        23. September 2012
        Abstimmungen

        1. Oktober 2012
        Gemeinderatsitzung

        12. November 2012
        Gemeinderatsitzung

        25. November 2012
        Abstimmungen

        10./11. Dezember 2012
        Gemeinderatsitzung